Allgemeine Saatgutinfos

Saatgutwahl für erfolgreiche Ernte

Der Erfolg der Ernte wird wesentlich durch die Saatgutwahl bestimmt. Neben der Sortenwahl spielt auch die Saatgutqualität eine zentrale Rolle. Keimfähigkeit, Triebkraft und Tausendkorngewicht sind hier die bekanntesten Parameter. Daneben sind aber auch die Gesundheit des Korns sowie die ordnungsgemäße Beizung von großer Bedeutung.

Optimaler Feldaufgang

Um einen optimalen Feldaufgang nach der Saat zu erzielen, sind ein gut hergerichtetes Saatbett sowie gute Sätechnik notwendig. Damit sich der Bestand gut entwickelt muss die Anzahl der Pflanzen je Quadratmeter richtig gewählt und die Aussaatstärke angepasst werden.

Die üblichen Aussaatstärken und Tausendkorngewichte entnehmen Sie bitte den jeweiligen Produktseiten. Bei der Saat sollte unbedingt beachtet werden, von jeder ausgesäten Partie das Etikett sowie ein Rückstellmuster bis zur Ernte aufzuheben. Dies erleichtert eventuelle Reklamationen erheblich.

 

Ein wichtiger Faktor: Düngung

Neben den oben genannten Anforderungen spielen auch die Düngung und der gezielte Pflanzenschutzmitteleinsatz eine große Rolle.

Vom Düngebedarf (v.a. Stickstoff) einer Kultur muss der pflanzenverfügbare Anteil im Boden abgezogen werden, um langfristig eine Überdüngung zu vermeiden. Dieser ist abhängig von der Düngebilanz der Vorfrucht (Düngergaben vs. Effektiver Düngerentzug) oder dem Vorfruchtwert, z.B. einer Leguminose, die sowohl Hauptfrucht als auch Zwischenfrucht sein kann.

Auch der Pflanzenschutzmitteleinsatz ist abhängig von Vorfrucht und Aussaatzeitpunkt sowie der vorangegangenen Feldbearbeitung.

Somit lässt sich durch richtige Fruchtfolge, optimalen Saatzeitpunkt und qualitativ hochwertiges Saatgut der Aufwand an zusätzlichen Betriebsmitteln bei gleich bleibenden Erträgen reduzieren.

 

 

Mais

Reifezahl

Bis 1998 wurden Maissorten aufgrund ihrer FAO eingruppiert. Hierzu wurde ausschließlich der Trockensubstanzgehalt im Kolben ermittelt. Eine Differenzierung nach Nutzung (Silo- oder Körnermais) war daher aus technischen Gründen nicht möglich.
Beispiel: FAO 240

Heute wird die Reifezahl nutzungsspezifisch angegeben, d.h. bei Silomaistypen (S) wird der TS-Gehalt der Gesamtpflanze als Kriterium herangezogen und bei Körnermaistypen (K) wird der TS-Gehalt der Körner berücksichtigt.
Beispiel: S 230/K 240

Bei den neuen Einstufungen handelt es sich um relative Einstufungen zu Referenzsorten. Somit würde eine Sorte nach Einstufung der FAO Zahl und der Nutzungsspezifischen Reifezahl in unterschiedlichen Gruppen erscheinen.

Nutzungsrichtung

Silomais: Hochwachsende, kräftige Pflanzen mit hoher Blattmasse für hohe Trockenmasse-Erträge. Gleichmäßige Abreife und hoher Zuckergehalt in der Pflanze sind wichtig für den späteren Konservierungsprozess

Körnermais: Mittelgroße Pflanze mit idealerweise einem ausgeprägten Kolben mit geringem Spindeldurchmesser. Um eine ideale Druschfähigkeit zu erreichen sind eine gleichmäßige Abreife von Pflanze und Kolben sowie eine schnelle Trocknung der Körner wichtig. 

 

 

Maistypen

Im wesentlichen gibt es zwei Maistypen: Zahnmais (Dentmais) und Hartmais (Flintmais). Es gibt auch Mischformen, welche je nach Züchtung stärker in die eine oder andere Richtung tendieren.

Grundsätzlich trocknet das Korn eines Zahnmaises bei zunehmender Reife leichter ab als beim Hartmais, da die Hornschicht beim Zahnmais durchlässiger bleibt.

Zwischenfruchtanbau

Argumente für den Zwischen­frucht­anbau

Der Anbau von Zwischenfrüchten ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll. Teilweise wird der Anbau bezuschusst.

  • Verbesserung der Bodenstruktur durch Durchwurzelung
  • Verminderung der Bodenerosion durch Bodenbedeckung
  • Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen, insbesondere mit Stickstoff bei Leguminosen
  • Zusätzliche Futterquelle
  • Nematodenbekämpfung

Exkurs Leguminosen

Leguminosen sind, in Symbiose mit Knöllchenbakterien, in der Lage, den Luftstickstoff im Boden zu binden. Somit haben Zwischenfrüchte auch einen monetär messbaren Vorfruchtwert.

Biofumigation

Im Zusammenhang mit dem Zwischenfruchtanbau wird immer wieder die Biofumigation thematisiert. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um eine besondere Verfahrensweise des Zwischenfruchtanbaus und nicht um eine spezielle Sortenauswahl. Prinzipiell lässt sich Biofumigation mit allen Kreuzblütlern (Senf, Ölrettich) durchführen. Idealerweise sollte dies mit nematodenresistenten Sorten praktiziert werden. Wenn die Zwischenfrucht voll in der Blüte steht, wird der Bestand gemulcht und das Mulchmaterial in den Boden eingearbeitet (z.B. Kreiselegge). Für eine effektive Wirkung sollte der Boden anschließend rückverdichtet werden. Nun werden die Glucosinolate der Pflanzenteile im Boden mit Enzymen zu Isothiocyanaten umgewandelt. Dadurch werden Bodenschädlinge (wie freilebende Nematoden und Pilzmyzele) bekämpft. Nach dem Einarbeiten in den Boden brauchen die enzymatischen Vorgänge einige Wochen, um ideal zu wirken, weshalb es sich empfiehlt, die Fläche nicht zu früh wieder zu bewirtschaften.

Wichtige Aspekte zur optimalen Wirkung

  • Nematodenresistente Sorten verwenden
  • Erst in der Blüte mulchen, denn zu diesem Zeitpunkt ist der Glucosinolatgehalt in der Pflanze am höchsten
  • Bodenrückverdichtung reduziert den Austrag der gewünschten Isothiocyanaten in die Luft
  • Nicht zu spät im Jahr durchführen, da die Vorgänge bei zu geringen Bodentemperaturen nicht optimal ablaufen
  • Je länger die Fläche nach dem Mulchen brach liegt, desto länger ist die Wirkdauer und desto effektiver ist die Bekämpfung
  • Regen während der enzymatischen Umwandlungsphase wirkt sich positiv auf die Vorgänge aus

Warum Mischungen?

Prinzipiell können Grünlandflächen auch in Reinsaat, z.B. Deutsches Weidelgras, angelegt werden. Aber der hohe Krankheitsdruck (Fusarium) und das hohe Ausfallrisiko machen dann eine jährliche Nachsaat nötig.

Um diese Risiken zu minimieren kommen Saatgutmischungen zum Einsatz, in denen unterschiedliche Arten und auch unterschiedliche Sorten einer Art kombiniert werden. 

Eigenschaften von gutem Saatgut bzw. Sorten

  • Hohe Saatgutreinheit (Besatz mit Unkrautsamen und anderen Kulturpflanzen)
  • Ertragsstarke Sorten mit guten Krankheitsresistenzen
  • Sorten bilden dichte Narbe (Achtung: Ampfer!)
  • Hohe Keimfähigkeit und hohe Triebkraft/Bestockungsfähigkeit
  • Sortenbedingte Schnittverträglichkeit
  • Gute Überwinterungsfähigkeit
  • Ausdauernd auch bei hoher Schnittintensität

Kennzeichen einer guten Mischung

  • Verwendung von neuen und hochwertigen Sorten
  • Verwendung von amtlich empfohlenen Sorten
  • Schonende Behandlung des Mischguts bei Lagerung, Mischvorgang und Transport verhindert Entmischung und erhält die Keimfähigkeit
  • Breites Spektrum an Sorten und Arten in der Mischung
  • Reinheit der Mischung
  • Hohe Bestandswertzahl

Argumente für Mischungen

  • Geringeres Bestandsausfallrisiko durch unterschiedliche Arten
  • Bestand kann sich (leichter) an einen Standort anpassen, da die Arten, die an diesem Standort gut gedeihen, die Ausfälle von standortbenachteiligten Arten ausgleichen
  • Durch unterschiedliche Sorten einer Art, die in der Regel unterschiedliche Reifezeitpunkte aufweisen, wird eine gleich bleibende Futterqualität wie auch ein konstanter Ertrag gewährleistet
  • Viele unterschiedliche Futterpflanzen erhöhen Futteraufnahme der Tiere (Schmackhaftigkeit)
  • Bestand ist langlebiger und robuster 

Futterwertzahl

Ein weiterer wichtiger Faktor für einen guten Bestand und der daraus resultierenden Futterqualität ist die Schmackhaftigkeit der einzelnen Pflanzenarten. Die Futterwertzahl (FWZ) nach Klapp beschreibt die Schmackhaftigkeit einer Pflanze, d.h. wie gerne eine Pflanze von der Kuh im frischen Zustand gefressen wird. Die Skala läuft von -1 (giftig) über 0 (ohne Futterwert) bis 8 (sehr hoher Futterwert).

Die Summe aller Arten in einem Bestand bildet die Pflanzengesellschaft. Um die Qualität des gesamten Bestandes einschätzen zu können, wird die Bestandswertzahl gebildet. Sie ist der gewichtete Durchschnitt aller Futterwertzahlen einer Pflanzengesellschaft. Diese gibt die Schmackhaftigkeit bzw. den Futterwert des von der Fläche geernteten Futters wieder, z.B. FWZ 6,3.

FWZ 8

Deutsches Weidelgras, Lieschgras, Wiesenrispe, Wiesenschwingel

FWZ 7

Glatthafer, Goldhafer, Gemeine Rispe, Knaulgras, Weißes Straußgras, Welsches Weidelgras, Wiesenfuchsschwanz

FWZ 6

Kammgras, Quecke

FWZ 5

Aufrechte Trespe, Jährige Rispe, Rohrglanzgras, Rotes Straußgras, Rotschwingel ausl.trb.


FWZ 4

Horst-Rotschwingel, Rohrschwingel, Wolliges Honiggras

FWZ 3

Rasenschmiele, Ruchgras, Schafschwingel, Weiches Honiggras, Weiche Trespe

FWZ 2

Pfeiffengras, Schilf

Der Plodiegrad

Diploid oder Tetraploid?


Der Sortenzusatz diploid oder tetraploid beschreibt den genetischen Chromosomensatz der Pflanzen. Diploide Sorten beinhalten den normalen Chromosomensatz (2n), tetraploide den doppelten (4n).Tetraploide Gräser und Leguminosen haben ein höheres TKG, daraus resultiert ein besserer Feldaufgang da der Keimling widerstandsfähiger und robuster ist.

Des weiteren verfügen die Pflanzen über einen höheren Wassergehalt, was bei der Konservierung (Anwelkdauer) berücksichtigt werden sollte. Das Ertragspotenzial bei guter Sortenwahl ist bei beiden Formen ähnlich, die Ertragssicherheit ist bei der tetraploiden Form jedoch höher. Bei Klee weisen tetraploide Sorten eine höhere Resistenz gegen Kleekrebs auf.

Kleearten und Leguminosen

Neben Gräsern sind auch Kleearten ein wichtiger Bestandteil einer Mischung. Klee zählt zu den Leguminosen, d.h. diese Pflanzen können gemeinsam mit Knöllchenbakterien den Luftstickstoff binden und im Boden einlagern. Sie sind somit nicht nur unabhängig vom pflanzenverfügbaren Stickstoff im Boden sondern düngen auch gleichzeitig den restlichen Bestand. Des weiteren sind sie sehr schmackhaft und eiweißreich und daher ein wichtiger Bestandteil im Futter. 

Allerdings wird der Klee durch hohe Stickstoffgaben, die beispielsweise für das Deutsche Weidelgras notwendig sind, verdrängt. Somit ist der Kleeanteil in intensiv genutzten Beständen gering, in extensiv genutzten Beständen hoch. Um einen artenreichen Bestand zu erhalten ist daher auf eine ausgewogene und bedarfsorientierte Düngung zu achten.

Sorghum

Hirse stammt ursprünglich aus Afrika.

Die zu der Pflanzenfamilie der Gräser gehörenden Pflanzen werden aber schon seit längerer Zeit züchterisch weiterentwickelt und werden insbesondere in Südeuropa und Amerika als Futterpflanze für Wiederkäuer angebaut. Aufgrund ihrer Herkunft sind sie als C4 Pflanze sehr trockenheitsverträglich und können in diesen Lagen daher bessere Erträge erzielen als Mais.

Die schnellwüchsigen, einjährigen Pflanzen sind aber auch bei uns anbauwürdig. Sie sind ein interessantes Fruchtfolgeglied für die Biomasseerzeugung für die späte Saat, z.B. nach Ganzpflanzensilagen im Juni, da sie trotz des kurzen Vegetationszeitraums viel Trockenmasse produzieren. Ein Anbau als Hauptfrucht wie auch als Zwischenfrucht ist daher eine neue Alternative.

Die Aussaat sollte frühestens ab Mitte Mai erfolgen, da zur Keimung eine Bodentemperatur von >12° erforderlich ist und zu geringe Temperaturen die Jugendentwicklung hemmen. Die Saatstärke bei Sudangräsern kann je nach Typ und Nutzung stark schwanken. Bis zu 40 kg/ha sind möglich, allerdings haben Versuche gezeigt, dass geringere Saatstärken größere Einzelpflanzen zur Folge haben, sodass die hier angegebenen Saatstärken ein guter Richtwert sind. Bei Mohrenhirse (Zuckerhirse) sollte die Saatstärke etwa doppelt so hoch sein wie bei Silomais. In niederschlagsreichen Gegenden können bis zu 25 Kö/qm gesät werden. 

Die Düngung muss wie bei Mais durchgeführt werden, ohne eine ausreichende Stickstoffversorgung ist das Erreichen der hohen TM-Erträge nicht möglich. Die Ernte sollte nach dem Rispenschieben durchgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt haben die Pflanzen einen TS-Gehalt von ca. 28 %. Sorghum kann wie Mais siliert werden. Zuckerhirsensilage sollte unbedingt mit anderen Fermenten im Vorgärer gemischt werden, da aufgrund des hohen Zuckergehalts die Gefahr der Übersäuerung besteht.

Anbauanleitung Rasen

Tipps für einen schönen Rasen

  • Eine regelmäßige Düngung (2-3 Mal im Jahr) mit einem Kombinationsdünger sorgt für einen dichten Bestand und eine schöne, dunkelgrüne Farbe
  • In den Sommermonaten regelmäßig wässern
  • Unkraut im Frühjahr und Spätsommer entweder chemisch oder von Hand bekämpfen
  • Der Rasen sollte möglichst kurz geschnitten in den Winter gehen und sollte dann möglichst nicht mehr belastet werden. eine Nachsaat nach dem Winter schließt Lücken und verhindert das Keimen von Unkraut im Frühjahr
  • Kontrollieren sie regelmäßig die Schneidmesser ihres Rasenmähers auf ausreichende Schärfe, da der Rasen sonst braune spitzen bekommt.
  • Moos können sie am besten mit eine Vertikutierer oder einem Dünger mit Moosvernichter bekämpfen
  • Niemals mehr als auf halbe Höhe abmähen

Nachsaat

Rasenfläche von Unkraut befreien und auf unterster Stufe mit dem Rasenmäher abmähen. Danach das Saatgut mit einem Sä- bzw. Düngerstreuwagen oder von Hand gleichmäßig ausbringen. Anschließend die Fläche gut wässern und ständig feucht halten. Der erste Schnitt sollte frühestens 10 Tage nach der Nachsaat durchgeführt werden.

Saatstärke 20-25 g/qm
Zeitpunkt: März bis Oktober

Neuansaat Rasen

Fläche von Unkraut befreien und den Boden mit einer Harke auflockern. Danach das Saatgut mit einem Sä- bzw. Düngerstreuwagen oder von Hand gleichmäßig ausbringen. Im Anschluss Fläche walzen und kräftig wässern. Täglich mehrfach gießen, um die Fläche ständig feucht zu halten. Keimung nach ca. 10-15 Tagen.

Der erste Schnitt sollte erfolgen, wenn das Gras 10-12 cm hoch gewachsen ist. Die Schnitthöhe sollte dann bei 5-6 cm liegen.

Saatstärke 25 g/qm
Zeitpunkt: März bis Juni und September bis Oktober